GEAK Energieausweis: Alles was Hausbesitzer wissen müssen

Der GEAK – Gebäudeenergieausweis der Kantone – ist das zentrale Instrument für die energetische Bewertung von Gebäuden in der Schweiz. Er zeigt auf einer Skala von A (hervorragend) bis G (sehr schlecht), wie effizient ein Gebäude Energie nutzt. Für Hausbesitzer, die eine Energiewende planen, ist der GEAK der unverzichtbare erste Schritt.

In einigen Kantonen ist der GEAK bei Verkauf, Neubau oder umfassender Renovation bereits Pflicht. Auch für Fördergelder ist ein GEAK oder GEAK Plus oft Voraussetzung. In diesem Artikel erklären wir alles, was Sie über den GEAK wissen müssen.

Was ist der GEAK?

Der GEAK bewertet ein Gebäude anhand von zwei Kennwerten: der Energieeffizienz der Gebäudehülle und dem Gesamtenergieverbrauch. Beide werden auf einer Skala von A bis G dargestellt, ähnlich den Energieetiketten bei Elektrogeräten.

Die Gebäudehülle bewertet, wie gut das Gebäude gedämmt ist – unabhängig vom Heizsystem. Der Gesamtenergieverbrauch berücksichtigt zusätzlich die Art der Heizung, die Warmwasseraufbereitung, die Lüftung und den Stromverbrauch. Ein Haus mit guter Dämmung aber Ölheizung kann bei der Hülle ein B haben, beim Gesamtenergieverbrauch aber ein D.

Die GEAK-Klassen im Überblick

KlasseBeschreibungTypisches Gebäude
AHervorragendMinergie-P / Plusenergie-Haus
BSehr gutMinergie / umfassend saniert
CGutTeilsaniert mit erneuerbarer Heizung
DDurchschnittlichTeilsaniert mit fossiler Heizung
EUnterdurchschnittlichBaujahr 1970-1990, wenig saniert
FSchlechtBaujahr 1950-1970, unsaniert
GSehr schlechtAlte Gebäude, komplett unsaniert

GEAK vs. GEAK Plus: Der entscheidende Unterschied

Der einfache GEAK ist eine reine Bewertung des Ist-Zustands. Er kostet CHF 400 bis CHF 800 und zeigt Ihnen, wo Ihr Gebäude steht. Für die Planung einer Energiewende ist er allein jedoch nicht ausreichend.

Der GEAK Plus ist wesentlich wertvoller: Er enthält zusätzlich einen umfassenden Beratungsbericht mit zwei bis drei konkreten Sanierungsvarianten. Jede Variante zeigt auf, welche Massnahmen empfohlen werden, was sie kosten, welche Einsparungen sie bringen und wie sich der GEAK-Wert verbessert. Der GEAK Plus kostet CHF 1'500 bis CHF 2'500 für ein Einfamilienhaus.

Tipp: GEAK Plus wird gefördert

Viele Kantone fördern die Erstellung eines GEAK Plus mit CHF 500 bis CHF 1'500. In einigen Kantonen ist der GEAK Plus sogar Voraussetzung für die Beantragung von Fördergeldern für Sanierungsmassnahmen.

Ablauf einer GEAK-Erstellung

Die Erstellung eines GEAK Plus durch einen zertifizierten Experten läuft typischerweise so ab:

  1. Terminvereinbarung und Dokumentensammlung: Sie stellen Baupläne, Heizungsrechnungen und allfällige Renovationsbelege zusammen.
  2. Begehung vor Ort (2-3 Stunden): Der Experte begutachtet Gebäudehülle, Heizung, Fenster, Dämmung, Lüftung und Warmwasser. Oft werden auch Thermografie-Aufnahmen gemacht.
  3. Berechnung und Analyse: Im Büro berechnet der Experte die Energiekennwerte und erarbeitet Sanierungsvarianten.
  4. Beratungsgespräch (1-2 Stunden): Der Experte präsentiert Ihnen die Ergebnisse und empfiehlt die beste Sanierungsstrategie.
  5. Ausstellung des GEAK-Zertifikats: Der offizielle GEAK wird in der nationalen Datenbank registriert und ist 10 Jahre gültig.

Vom ersten Kontakt bis zum fertigen Bericht dauert es in der Regel 3 bis 6 Wochen.

Wo ist der GEAK Pflicht?

Die GEAK-Pflicht variiert von Kanton zu Kanton. Folgende Regelungen gelten Stand 2026:

Auch ohne gesetzliche Pflicht empfehlen wir jedem Hausbesitzer einen GEAK Plus als Grundlage für die Energiewende. Die Kosten von CHF 1'500 bis CHF 2'500 sind im Vergleich zu den Gesamtkosten einer Sanierung (CHF 80'000 bis CHF 200'000) minimal und verhindern teure Fehlentscheidungen.

Den richtigen GEAK-Experten finden

GEAK-Experten müssen zertifiziert sein und in der offiziellen Datenbank auf geak.ch registriert sein. Dort können Sie nach Experten in Ihrer Region suchen. Achten Sie auf folgende Kriterien:

Holen Sie mindestens zwei Offerten ein. Die Preise können je nach Region und Experte deutlich variieren. Ein guter GEAK Plus sollte nicht nur Zahlen liefern, sondern Ihnen auch erklären, welche Massnahmen in welcher Reihenfolge am meisten bringen.

GEAK und Immobilienwert

Der GEAK hat einen direkten Einfluss auf den Immobilienwert. Studien zeigen, dass ein Gebäude mit GEAK-Klasse A oder B im Vergleich zu einem Gebäude der Klasse E oder F einen um 10 bis 20 Prozent höheren Marktwert erzielt. Bei einem Einfamilienhaus im Wert von CHF 800'000 entspricht das einem Mehrwert von CHF 80'000 bis CHF 160'000.

Käufer achten zunehmend auf den GEAK, da sie wissen, dass schlechte Energiewerte hohe Sanierungskosten bedeuten. Ein schlechter GEAK kann den Verkaufspreis drücken oder potenzielle Käufer abschrecken. Umgekehrt ist ein guter GEAK ein starkes Verkaufsargument.

Vom GEAK zur Sanierung: Der nächste Schritt

Der GEAK Plus ist der Startpunkt, nicht das Ziel. Mit dem Beratungsbericht in der Hand können Sie konkrete Offerten für die empfohlenen Massnahmen einholen. Die typische Reihenfolge lautet: Zuerst die Gebäudehülle optimieren, dann die Heizung ersetzen, dann die Solaranlage installieren.

Viele Hausbesitzer nutzen den GEAK Plus auch als Grundlage für ein Gespräch mit ihrer Bank. Banken erkennen zunehmend, dass energetische Sanierungen den Immobilienwert steigern, und bieten günstigere Hypothekenkonditionen für sanierte Gebäude.

Fazit: Der GEAK ist der erste Schritt zur Energiewende

Der GEAK Plus ist die klügste Investition auf dem Weg zur Energiewende. Für CHF 1'500 bis CHF 2'500 (oft gefördert) erhalten Sie einen professionellen Fahrplan, der Ihnen teure Fehler erspart und zeigt, wie Sie die maximale Wirkung aus Ihrem Budget herausholen. Beauftragen Sie noch heute einen zertifizierten GEAK-Experten und starten Sie Ihre Energiewende auf einem soliden Fundament.

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